Künstliche Intelligenz – unsere Zukunft ist smart

Sie haben Namen, helfen uns im Alltag und optimieren sich ständig weiter: intelligente Spracherkennungsassistenten wie Alexa oder Siri. Viele Menschen nutzen sie bereits. Mit anderen intelligenten Systemen wie Chatbots kommen wir in Kontakt, wenn wir zum Beispiel den Kundensupport von Unternehmen in Anspruch nehmen. Hinter all diesem steckt die sogenannte Künstliche Intelligenz. Inwieweit sie die Fertigkeiten des menschlichen Gehirns einmal vollständig erreichen oder sogar übertreffen kann, ist offen. Sicher ist: Künstliche Intelligenz ist nicht mehr wegzudenken und wird in unserer digitalen Welt immer mehr Raum einnehmen.

Künstliche Intelligenz ist in Unternehmen, der Presse und der allgemeinen gesellschaftlichen Wahrnehmung allgegenwärtig. Die Anfänge der Forschung gehen bis in die 1950er-Jahre zurück. Heute werden bereits die Zukunft von intelligenten Systemen in der Automobilindustrie (Stichwort „Autonomes Fahren“) bis hin zum Einsatz von intelligenten Waffensystemen bei militärischen Einsätzen kontrovers diskutiert. Gleichwohl gibt es bis heute keine allgemeingültige Definition für Künstliche Intelligenz, kurz KI.

Grundsätzlich bezeichnet „Künstliche Intelligenz“ in der Wissenschaft ein Gebiet der Informatik. Ziel dieser Forschung ist es, bestimmte Aspekte des menschlichen Denkens, der Wahrnehmung und des Handelns auf Computersysteme zu übertragen, sodass Maschinen eigenständig Probleme lösen können.

Möglichkeiten und Grenzen – Was kann eine Maschine?

Das Themengebiet der Künstlichen Intelligenz wird unterteilt in starke und schwache KI. Eine starke künstliche Intelligenz erreicht die gleichen intellektuellen Fertigkeiten, über die Menschen verfügen, oder übertrifft diese sogar. Sie handelt aus eigenem Antrieb, intelligent und flexibel. Bis heute ist es nicht gelungen, eine solch starke KI zu entwickeln. Unter Wissenschaftlern gilt die Möglichkeit einer Entwicklung aber als möglich bis wahrscheinlich. Entscheidende Eigenschaften einer starken KI wären vor allem logisches Denkvermögen, Entscheidungsfähigkeit auch bei unsicheren Rahmenbedingungen, Planungs- und Lernfähigkeit, Kommunikation in natürlicher Sprache und besonders wichtig: das Kombinieren aller Fähigkeiten, um ein übergeordnetes Ziel zu verwirklichen. Ein großes Fragezeichen bleibt auch bei einer starken KI, ob jemals Facetten des menschlichen Denkens und Handelns wie Empathie, Emotionen und Selbsterkenntnis simuliert werden können.

Während eine starke KI oder „Superintelligenz“ noch Zukunftsmusik ist, existieren heute bereits zahlreiche Systeme der Kategorie „schwache künstliche Intelligenz“, die menschliche Intelligenz in Teilbereichen erreichen oder übertreffen. Diese Systeme konzentrieren sich allerdings nur auf die Lösung konkreter Anwendungsprobleme. Das heißt, sie werden für die Erfüllung einer speziellen Aufgabe entwickelt und sind dabei in der Lage, sich selbst zu optimieren.

Systeme der schwachen KI sind in einigen Bereichen des alltäglichen Lebens bereits selbstverständlich: beispielsweise Bild- und Spracherkennung, Navigationssysteme, Autokorrekturen und intelligente Chatbots. Ein Großteil der intelligenten Systeme wird von großen Softwareherstellern wie Google, Microsoft, Apple oder IBM entwickelt.

Die vielen Facetten Künstlicher Intelligenz

Wer heute mit Künstlicher Intelligenz in Kontakt kommt, hat es meist nicht nur mit einer Anwendung zu tun. Hinter Begriffen wie Deep Learning, Cognitive Computing, Natural Language Processing oder Recommender Systems stecken vielfältige Systeme künstlicher Intelligenz, die verschiedene Aspekte menschlichen Denkens abbilden. Über eine besondere Lernfähigkeit – Deep Learning – entstehen herausragende Möglichkeiten, Sprache und Bilder zu erkennen.

Cognitive Computing und Natural Language Processing sollen vor allem die Interaktion zwischen Computersystemen und Menschen verbessern. So lernen Maschinen durch Natural Language Processing, wie Menschen kommunizieren. Sie können natürliche Sprache verarbeiten. Auf diesem Weg verstehen zum Beispiel digitale Assistenzen wie Alexa oder Siri gesprochene und geschriebene Inhalte und können darauf antworten. Auch in Online-Chats über Chatbots kommen Anwendungen dieser Art zum Einsatz, mit denen sogar Emotionen wie Ärger oder Dringlichkeit erkennbar werden. Recommender Systems erleben viele Internet-Nutzer, wenn Amazon, Netflix & Co. Empfehlungen schicken, basierend auf ihrem bisherigen Konsum- und Nutzerverhalten.

Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt

KI-Systeme kommen längst in den verschiedensten Bereichen zum Einsatz. In vielen Unternehmen werden sie genutzt, um die Kommunikation mit Kunden über Chatbots effizienter zu gestalten. Aber auch in der Lagerverwaltung, im Einkauf, im Backoffice werden KI-Systeme eingesetzt – genauso wie in der Produktion von Maschinen oder bei der Steuerung von Automobilen. Was immer für besonderes Aufsehen sorgt, sind humanoide Roboter. Also Maschinen, die nach dem Vorbild des menschlichen Körpers aufgebaut sind. Erste Einsätze von solchen Robotern gibt es bereits: beispielsweise als Service-Mitarbeiter in der japanischen Tokyo-Mitsubishi Bank und intern auch bei der Credit Suisse.

Die Uni-Klinik Halle testet mit Pepper einen Roboter im Pflegebereich. Die körperlichen Arbeiten menschlicher Pfleger zu übernehmen, ist er noch nicht imstande. Seine Aufgabe ist vielmehr die soziale Interaktion. Ziel könnte sein, dass Pepper irgendwann Patienten auf einen Termin vorbereitet und erklärt was bei der Untersuchung passieren wird. Oder dass er Patienten in einer Reha-Klinik zu Bewegungs-Übungen anleitet. Die Fähigkeit, ein selbstständiges Gespräch mit seinem Gegenüber führen zu können, fehlt Pepper aber noch. Die Antworten müssen vorher erst eingegeben werden.

Wird Künstliche Intelligenz immer menschlicher?

Gegenwärtige Herausforderungen liegen in der Emotionalisierung von KI-Systemen („Affective Computing“) – einem wichtigen Baustein, um bei Menschen die Akzeptanz von Maschinen zu erhöhen. Im Rahmen von „Affective Computing“ wird daran gearbeitet, dass intelligente Systeme auch Körpersignale und Emotionen analysieren können. Zudem sollen Roboter zunehmend selber einen Gefühlsausdruck und eine Gefühlslogik vermitteln können. Das Problem hierbei ist manchmal, dass solche emotionalen Funktionsweisen selbst beim Menschen noch nicht komplett entschlüsselt sind, sodass den Entwicklern in diesem Bereich ein detailliertes Funktionsmuster als Vorbild fehlt. Eine Lösung dafür kann sein, dass die Maschine das einfach selbst herausfindet bzw. lernt. Dazu lassen die Entwickler eine KI mit einem Menschen interagieren und versuchen ihr währenddessen beizubringen, menschliche Gefühle zu erkennen. Wenn es um Humor geht, kann die KI zum Beispiel lernen, bei welchen Bildern oder Videos Menschen anfangen zu lachen.

Soziale Interaktion, Empathie sowie Ideenreichtum und Kreativität sind Fähigkeiten, die als starke Merkmale von Intelligenz angesehen werden. Kreativität im Sinne von bildender Kunst beispielsweise lässt sich bereits in Maschinen abbilden. So sind Roboter oder Computer in der Lage, ein neues Gemälde zu erschaffen oder ein Musikstück zu komponieren. Mit der Kreativität eines menschlichen Künstlers ist das jedoch nur bedingt vergleichbar. Die computerbasierten Schöpfungen beruhen auf gelernten Mustern und einem enormen Wissens-Fundus. Hierbei orientiert sich die künstliche Intelligenz an bereits existierenden Bildern, an Merkmalen verschiedener Epochen und Stile und wertet vielleicht auch Daten darüber aus, was aktuell in Mode ist. Aus diesem Berg von Daten und Mustern mischt die künstliche Intelligenz dann sozusagen ihre neue, eigene Kreation.

Ist Künstliche Intelligenz gefährlich?

„Die Entwicklung künstlicher Intelligenz könnte entweder das Schlimmste oder das Beste sein, was den Menschen passiert ist.“

— Stephen Hawking (8. Januar 1942 – 14. März 2018), britischer Physiker

Negative Zukunftsszenarien aus Science-Fiction Filmen wie „Matrix“ oder „2001 – Odyssee im Weltraum“ haben sicher ihren Teil zum Image der KI beigetragen. Aber auch die Warnrufe von Tech-Experten wie Tesla-Chef Elon Musk und einzelnen Entwicklern von Software-Unternehmen und Universitäten stellen die Gefahren in den Fokus. Vielleicht ist das eine Erklärung, weshalb heute eher mehr Risiko als Nutzen in den neuen Technologien gesehen wird, wie das britische Meinungsforschungsinstitut YouGov in seiner aktuellen Studie für Deutschland herausgefunden hat.

Und auch der 2018 verstorbene Physiker Stephen Hawking betrachtete KI als zweischneidiges Schwert: „Die Entwicklung künstlicher Intelligenz könnte entweder das Schlimmste oder das Beste sein, was den Menschen passiert ist.“ Doch jegliche Debatten haben die Entwicklung bist jetzt nicht aufgehalten. Im Gegenteil: Nach Ergebnissen der aktuellen YouGov-Studie scheint die Akzeptanz zuzunehmen. Je jünger die Befragten sind, desto geringer ist der Anteil derer, die mehr Risiko als Nutzen in KI sehen. Und der Anteil derer, die mehr Nutzen als Risiko sehen, wird größer. Für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz scheinen sich die Türen in Zukunft also immer weiter zu öffnen (siehe Grafik).

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