Liquidität: So haben Sie immer genügend Spielraum

Wir kennen das ja alle: Das Auto muss überraschend in die Werkstatt, am Haus sind kurzfristige Reparaturen erforderlich oder es gilt, fristgerecht unerwartet hohe Nachzahlungsforderungen für Strom oder Heizung zu erfüllen. Was nützt das schönste Vermögen, wenn man im entscheidenden Moment nur an einen zu geringen Teil davon herankommt …?

Wer sein Vermögen clever strukturiert, streut sein Geld über verschiedene Anlageformen. Ebenso wichtig ist es aber, dass Sie daneben immer über eine zuverlässige Liquiditätsreserve verfügen, also Geld, auf dass sie kurzfristig zugreifen können, damit Sie auch bei außerplanmäßigen Ausgaben zahlungsfähig sind. Kurzum, ein zu jeder Zeit ausreichender finanzieller Spielraum bewahrt Sie davor, im Fall der Fälle vollends auf dem falschen Fuß erwischt zu werden. 

Ebbe in der Kasse? Dann stimmt der Mix nicht!

Stimmt der Mix aus fest angelegtem und frei verfügbarem Geld nicht, so herrscht in der privaten Kasse schnell mal Ebbe. In der Regel lässt sich die Liquidität dann zwar via Dispokredit oder Darlehen wiederherstellen, doch je nach Höhe der Verbindlichkeiten müssen schlimmstenfalls sogar Vermögenswerte verkauft werden. Das ist besonders ärgerlich, wenn das punktuell benötigte Geld im Grunde genommen vorhanden ist – nur eben nicht in Form flüssiger Zahlungsmittel. Die gute Nachricht lautet jedoch: Liquidität ist grundsätzlich planbar.

Per Liquiditätsrechnung zum privaten Finanzplan

Der erste Schritt sollte eine individuelle Liquiditätsrechnung sein, um per Einnahmen-Ausgaben-Rechnung den Status quo zu ermitteln. Ziel ist die Erarbeitung eines privaten Finanzplans, der die finanzielle Handlungsfähigkeit sicherstellt.

Aber Vorsicht: Eine überproportional hohe Liquidität ist nicht rentabel. Wer auf allzu viel „Bares unter dem Kopfkissen“ setzt und entsprechend weniger Geld in profitable Anlageformen investiert, dem entgehen dauerhaft Renditen. Zudem ist der betreffende Teil des Vermögens dann nicht vor der Inflation geschützt.

Zwei bis drei Monatsgehälter als Liquiditätsreserve

Die Faustformel lautet: Eine Rücklage von zwei oder drei Monatsgehältern reicht für gewöhnlich aus, um den nötigen finanziellen Spielraum zu haben und für (fast) alle Eventualitäten gewappnet zu sein. Dies natürlich in Abhängigkeit von Ihrem jeweiligen Lebensstandard. Ist dieser eher gehoben, sollte der „Notgroschen“ weiter aufgestockt werden.

Darüber hinaus ist zu berücksichtigen, ob Sie ein Eigenheim besitzen, Kinder haben, teuren Hobbys nachgehen, gerne und oft Reisen unternehmen, Haustiere besitzen und dergleichen mehr. Solche Faktoren ziehen regelmäßig ungeplante Ausgaben nach sich. Die Höhe der tatsächlich erforderlichen Liquidität hängt somit immer vom Einzelfall ab.

Eine richtig bemessene Liquiditätsreserve bietet nicht zuletzt im Falle des Arbeitsplatzverlusts ein Plus an Sicherheit. Auf diese Weise lässt sich der Zeitraum überbrücken, bis die ersten Zahlungen von staatlicher Seite eintreffen. Entsprechendes gilt auch für Selbstständige, die infolge konjunktureller Schwankungen oder langwieriger Erkrankungen größere Umsatzeinbußen erleiden.

Liquidität im Handumdrehen: das Tagesgeldkonto

Der Klassiker in jedem privaten Finanzplan ist neben dem guten alten Sparbuch nach wie vor das gebührenfreie Tagesgeldkonto bei Kreditinstituten mit hohen Einlagensicherungen. Es ist nahezu krisensicher und ist jederzeit verfügbar. Vor allem aber erlaubt es – je nach Bank – den vollumfänglichen Zugriff auf das Guthaben.

Gegenüber einem Sparbuch ist das Tagesgeldkonto meist flexibler – denn beim Sparbuch sieht der gesetzliche Rahmen Auszahlungen von maximal 2.000 Euro pro Monat vor. Gerade bei akuten Liquiditätsengpässen reicht dies möglicherweise nicht aus. Es spricht nichts dagegen, sowohl ein Tagesgeldkonto als auch ein Sparbuch einzurichten und so die Vorteile beider Anlageformen miteinander zu kombinieren.

Abschließend noch eine Bemerkung zum eingangs erwähnten Dispokredit als Baustein Ihres Finanzplans: Diesen sollten Sie wirklich nur ausnahmeseweise in Anspruch nehmen, da die Dispozinsen fast immer deutlich höher sind als Darlehenszinen. Für einen längerfristigen Finanzbedarf sollte man sich deshalb nicht scheuen, ein Darlehen aufzunehmen, bevor man dauerhaft den Dispokredit nutzt und damit hohe Kosten verursacht. So oder so sollten Sie aber in erster Linie dafür sorgen, dass Sie Ihr Vermögen mit aller gebotenen Weitsicht strukturieren. Dann klappt’s auch mit der Liquiditätsreserve.

Sie möchten mehr über das Thema „Liquidität“ und alle damit zusammenhängenden Fragen erfahren? Dann können Sie vertrauensvoll auf die genossenschaftliche Beratung der Volksbank Freiburg setzen.

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

dreizehn − 5 =