Warum bei der Berufswahl nicht der Zufall entscheiden sollte

Irgendwas mit Wirtschaft? Oder doch lieber was mit Medien? Oder eher in die soziale Richtung? Oder doch erstmal ins Ausland und dann weiterschauen? So ungefähr lauten die Überlegungen vieler junger Leute kurz vor dem Berufswahl. Mit einem Workshop am St. Ursula Gymnasium, Freiburg versuchen wir Orientierung zu geben.

Die Antwort auf die Frage nach dem richtigen Beruf, beziehungsweise Studium, fällt jungen Menschen bei einem riesigen Angebot von rund 19.000 Studiengängen und über 300 anerkannte Ausbildungsberufe allein in Deutschland selten leicht und überfordert schnell.

Orientierung findet beim einen über die Eltern statt, beim anderen spielt der Zufall eine große Rolle oder es sind attraktive Verdienstmöglichkeiten, die ausschlaggebend sein können – auch beeinflusst das Einschlagen des vermeintlich einfachsten und bequemsten Weges immer wieder die Entscheidung.

Worauf kommt es bei der Studien- und Berufsorientierung am Ende aber wirklich an? Das war das zentrale Thema des Workshops „Smart zum Ziel – Tipps zur Studien- und Berufsorientierung“ mit 30 Schülerinnen des St. Ursula Gymnasiums, im Rahmen der Lernpartnerschaft mit der Volksbank Freiburg. Als Ausbildungsleiterin tausche ich mich immer wieder an Schulen oder auf Bildungsmessen mit jungen Menschen über dieses Thema aus.

In einer Mischung aus interaktiver Information, praktischen Tipps und unterschiedlichen Reflexionsaufgaben lag der Fokus innerhalb der beiden Schulstunden darauf, Impulse zu zwei zentralen Themen zu geben. Zum einen wie wichtig es ist, ein konkretes Ziel zu verfolgen und welche Vorgehensweise hilfreich ist, um dieses Ziel konkret für sich zu definieren.

“Es ist wichtig, dass sich Berufs- bzw. Studieneinsteiger mit ihren Fähigkeiten und konkreten Zielen auseinandersetzen, denn nur so ist eine nachhaltige und erfolgreiche Orientierung möglich.”

Innerhalb der Praxisübungen erfolgte eine erste, grundsätzliche Auseinandersetzung mit den eigenen Interessen, Fähigkeiten, Stärken und Motiven – den ersten „Puzzleteilen“ sozusagen – mit dem Ziel, langsam ein individuelles Bild von sich selbst entstehen zu lassen. Damit verbunden ist auch die Klarheit der eigenen, individuellen Erwartungen und Wünsche und des idealen Umfeldes, das gegeben sein muss, um Spaß zu haben an dem, was man tut.

Am Ende des Workshops war es den Teilnehmerinnen möglich, erste Antworten auf die Fragen

  • Wie bin ich?
  • Wo liegen meine Stärken?
  • Was brauche ich um Spaß zu haben?

zu finden und sich über ein Handout im Nachgang mit ergänzenden Übungen und weiteren Fragen auseinander zu setzen.

Und welche Impulse haben die Schülerinnen für sich mitnehmen können? Dazu drei Rückmeldungen.

“Es ist wichtig, möglichst konkrete und realistische Ziele zu definieren.”
— Katharina (15)
“Ich nehme eine gute Struktur mit, um über mich selbst nachzudenken.”
— Anjuli (16)
“Die Erkenntnis, wie wichtig es ist, zunächst auf sich selbst zu achten.”
— Lea (15)

Sabine Leuthner

ist bei der Volksbank Freiburg für das Thema Ausbildung zuständig. Was ihr daran besonders gefällt, ist junge Leute bei ihrem Einstieg ins Berufsleben zu begleiten und zu sehen, wie sie sich während ihrer Ausbildung bzw. ihrem Studium weiterentwickeln. In ihrer Freizeit verbringt sie viel Zeit mit Ihrer Familie, mit Musik und in der Natur.

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

eins × vier =